Heuernte bei den Schusters: Hauptsach´zamhoid´n!

Alle schwitzten! Zum einen, ob das Wetter hält, zum anderen, weil das Thermometer über die 30 Grad Marke kletterte. „Heute wird gepresst!“ Papa Schusters einfacher Satz bedeutete für Mama Schuster, hoffentlich einen Bauern zu ergattern, der sich Zeit nahm das gemähte Gras, inzwischen dreimal gewendet und ebenso oft geschwadert, in kleine Ballen zu pressen. Und, viel wichtiger: Erntehelfer! Da musste einer her, der mit dem Traktor vorausfährt, dann mindestens zwei, die die kleinen Bindel auf den Wagen schleuderten und ein Geschickter, der diese wiederum schichtete, ohne dass sie runterpurzeln.

Alle schwitzten! Zum einen, ob das Wetter hält, zum anderen, weil das Thermometer über die 30 Grad Marke kletterte. „Heute wird gepresst!“ Papa Schusters einfacher Satz bedeutete für Mama Schuster, hoffentlich einen Bauern zu ergattern, der sich Zeit nahm das gemähte Gras, inzwischen dreimal gewendet und ebenso oft geschwadert, in kleine Ballen zu pressen. Und, viel wichtiger: Erntehelfer! Da musste einer her, der mit dem Traktor vorausfährt, dann mindestens zwei, die die kleinen Bindel auf den Wagen schleuderten und ein Geschickter, der diese wiederum schichtete, ohne dass sie runterpurzeln.
Das Heuen ist jedes Jahr ein nervenaufreibendes Ereignis, doch missen möchte es niemand. Mama Schuster betete im Vorfeld für gutes Wetter und versäumte keinen der vier Bittgänge und die Schauerämter für gedeihliches Wetter. Dank moderner Kommunikation trieb Simmerl sofort Freiwillige auf. Da chauffierte die Mama aus dem Nachbardorf ihren Sohn Maxl her, vom Dorf gesellten sich zwei Buben dazu, Mama Schusters Busenfreundin wurde eingespannt. Und am frühen Abend, alle standen beim Feuerwehrhaus, hörten alle endlich das lang ersehnte Tuckern des alten Traktors samt Ballenpresse! „Hö! Dads ebba heinga! S´Wedda habt´s ja guad dawischt.“ Neugierige und gutgemeinte Ratschläge wurden alle Jahre gratis über sämtliche Zäune gerufen.
Nirgendwo wird man so schön braun, wie beim Heuen! Deshalb bissen Mama Schuster, die Busenfreundin und Mitzerl die Zähne zusammen: Zerkratzte Beine, eingezogene Schieferlinge (Splitter), das verheilt schon wieder. Weil die Wetter-App Hitzegewitter prophezeite, schuftete man im Wettlauf mit der Zeit. Es dauerte nicht lange und bei den Rumänen, so hießen die dunkelhaarigen Helfer und den Polen, das waren die Hellhaarigen, stürzten sich Schweißbäche regelrecht den Rücken hinunter. Staub klebte auf der Haut und jeder hatte ebenso viel dürres Gras in den Schuhen wie in den Haaren.
Doch der unvergleichbare Geruch von frischen, nicht verregneten Heu, aufbauenden Zurufen wie „Hamas glei!“ und frechen Gedanken, was man so alles anstellen könnte im Heu, spornte alle an! Natürlich auch die Vorfreude darauf, weil die Haidner Oma eine riesige Schüssel Wurstsalat vorbereitet hatte. Sogar der Bauer mit der Heupresse ließ fünf gerade sein und genoss mit den Schusters und deren heimischen Schwarzarbeitern eine frische Halbe Bier, als endlich der letzte Bindel unter Dach war.
Zuvor mussten alle eine eiskalte Dusche mit dem Gartenschlauch in Kauf nehmen. Mama Schuster befürchtete, sollten sich alle im Haus duschen, dann verstopft der Abfluss. Und zu Tisch überraschte dann die Dorfjugend mit einem Film auf einem Internetkanal: Heuernte . In der Nacht gewitterte es ordentlich, es hagelte sogar. Gott sei Dank hat die Schuster Mama keinen Bittgang ausgelassen!

© Christel Schuster

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